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Sommerreifen rauf, Winterreifen runter

Wenn das Thermometer dauerhaft über die Marke von sieben Grad Celsius klettert, sollten Autofahrer die Winterreifen im Keller einlagern und stattdessen die sommerlichen Sohlen montieren. Wir verraten die Vorteile von Sommerreifen und worauf bei der Montage zu achten ist.

Es wird wärmer und endlich ist er da, der Frühling. Für Autofahrer bedeutet das: höchste Zeit, die Sommerreifen aufzuziehen. Denn wer die Regel „von O bis O“ beherzigt, fährt nur zwischen Oktober und Ostern mit Winterreifen. Doch diese Faustregel bleibt sehr grob: Wenn zum Osterfest noch immer Kälte vorherrscht, sollten Autofahrer die Winterreifen lieber etwas länger montiert lassen. Irgendwann aber ist die kalte Jahreszeit besiegt und die Zeit zum Wechseln gekommen.

Den Rest des Jahres rollt der Wagen besser auf sommerlichen Sohlen. Aber warum sollten Autofahrer je nach Jahreszeit überhaupt die Bereifung wechseln? Generell gilt: Moderne Reifen sind wahre Hightech-Produkte, die aus einem komplexen Zutatenmix bestehen und heute um ein Vielfaches leistungsfähiger sind als noch vor 20 Jahren. Dennoch macht es auch weiterhin Sinn, jeweils auf Spezialisten für die warme und kalte Jahreszeit zu setzen.

Sommerreifen vs. Winterreifen: das sind die Unterschiede

Bei Außentemperaturen ab ca. sieben Grad Celsius bieten Sommerreifen bestmöglichen Grip auf trockener und nasser Fahrbahn 1. Dabei sind selbst hohen Asphalt-Temperaturen – wie sie inzwischen auch in unseren Breitengraden während der Sommermonate immer häufiger vorkommen – für diese Spezialisten kein Problem. Ihre Laufflächenmischung ist härter als die eines Winterreifens und auch das Design unterscheidet sich deutlich von den eher „grobstolligeren“ Winterreifen. So verfügen Sommerreifen zum Beispiel über mehrere breite Längsrillen, die bei nasser Straße das Wasser bestmöglich ableiten sollen 2. Ein weiteres Erkennungsmerkmal: Im Vergleich zu Winterreifen weisen Sommerreifen möglichst wenige steife Profilblöcke auf. Dies verleiht ihnen auch im Grenzbereich eine höhere Stabilität 2.

Stichwort Traktion und Sicherheit bei Nässe: Die großen Profilblöcke eines Sommerreifens zielen auf den sogenannten Wischkanten-Effekt ab 3. Während der hintere Part jedes Blocks für Grip sorgt, funktioniert der vordere Teil wie ein Scheibenwischer. Er verhindert, dass sich eine Wasserschicht zwischen Reifen und Asphalt bildet, und reduziert damit die Aquaplaning-Gefahr.

Winterreifen besitzen hingegen eine weichere Gummimischung, damit sie auch bei extremen Minusgraden noch elastisch bleiben – die härteren Sommerreifen kämen in dieser Situation viel früher an ihre Grenzen. Hinzu kommt eine etwas gröber gestaltete Lauffläche mit einem höheren Negativprofilanteil. Sprich: Die Rillen zwischen den einzelnen Profilblöcken fallen beim Winterreifen etwas größer aus. Damit dringt er durch die obere Schneeschicht, bis er im festeren Untergrund Halt findet, ohne dass sich der Matsch im Profil festsetzt. Gleichzeitig ziehen sich noch mehr feine Lamellen durch die einzelnen Profilblöcke als bei Sommerreifen. Sie verkanten leicht, wenn sie mit der Fahrbahn in Kontakt kommen. Auf diese Weise durchtrennen sie den Wasserfilm auf der Straße oder verhaken sich mit der Eisschicht.

Wichtig: Für Temperaturen über sieben Grad Celsius sind Winterreifen nicht konzipiert und bieten daher weniger Traktion als ein Sommerreifen. Außerdem ist auch der Verschleiß höher. Daher sollten Autofahrer zu Beginn der wärmeren Jahreszeit die Reifen wechseln.

ADAC-Test: Ganzjahresreifen sind meist die schlechtere Wahl

Manche Autofahrer machen es sich einfach und sparen sich durch die Verwendung sogenannte Allwetterreifen oder Ganzjahresreifen den turnusmäßigen Reifenwechsel. Wie der Name vermuten lässt, dürfen sie das ganze Jahr über gefahren werden. Hierzu sind bei der Konstruktion der Reifen natürlich gewisse Kompromisse erforderlich. Der ADAC erklärt: „Die Gummimischung muss so ausgelegt sein, dass sie bei Temperaturen zwischen minus 30 und plus 40 Grad funktionieren muss.“ 2

Warum sollten Fahrzeugbesitzer dann überhaupt noch zweimal im Jahr die Reifen tauschen? Die Antwort liefern die Experten des ADAC. Sie fällen in ihrem aktuellen Reifentest – bei dem der ADAC insgesamt sieben Ganzjahresreifen testeten – ein eindeutiges Urteil: Fünf der angeblichen Alleskönner erhalten nur das Urteil „ausreichend“, zwei Mal reicht es sogar nur für „mangelhaft“. 4

Das Fazit des ADAC zu den getesteten Ganzjahresreifen fällt dementsprechend eindeutig aus: „Die Allwetterreifen mussten sich mit ihren Fahr- und Sicherheitseigenschaften an den Werten der Spezialisten messen. Das Ergebnis: Keines der sieben Produkte kommt sowohl unter sommerlichen wie winterlichen Bedingungen auch nur im Ansatz an deren Leistungen ran.“ 4

Übrigens nimmt sogar der Reifenhersteller Continental eine kritische Haltung zu den Allwetterreifen ein: „Vermeintlich als ‚Alleskönner‘ bezeichnet, sorgen Ganzjahresreifen weder auf trockenen noch auf verschneiten Straßen für bestmögliche Sicherheit.“ 5

Von glühendem Asphalt im Hochsommer bis zu sibirischer Kälte im Winter, von knastertrockenen Straßen bis hin zu verschneiten Steigungen und Gefällstrecken: Der Allwetterreifen versucht den Spagat, erreicht aber weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Anforderungsspektrums wirklich das Optimum – und bleibt damit zwangsläufig ein Kompromiss auf Kosten der Sicherheit.

Quelle: https://blog.dacia.de/ratgeber-expertentipps-fuer-den-reifenwechsel/

1 Quelle: www.autobild.de
2 Quelle: www.adac.de
3 Quelle: www.sueddeutsche.de
4 Quelle: ADAC Ganzjahresreifen-Test 2020 der Dimension 235/55 R17; www.adac.de
5 Quelle: docplayer.org

Reifenwechsel-Sommer-Winter

 city-autohaus am  4. April 2022 - 11:31 Uhr    



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